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Autor: Christoph Richter
Verlag: Nicolaische Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin Seitenanzahl: 168 Format und Umschlag: 23 x 21,5 cm; Hardcover Erschienen: 2007 ISBN: 978-3-89479-356-2 Preis: € 19,90
Aufmachung: Sehr stabiles Buch mit hochwertiger Heftbindung
Besonderheit: Das Buch wurde zum 60. Gründungstag des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin herausgeben.
Bewertung:
Es gibt Menschen, die werden einfach nicht älter. Sie sprühen trotz hoher Kompetenz und reicher Lebens- und Berufserfahrung eine Begeisterungsfähigkeit aus, die für jede (!) Altersgruppe ansteckend ist. Einer dieser Menschen ist Christoph Richter, Professor für Musikpädagogik und -didaktik und vieles mehr! - Er schafft die Mischung zwischen jugendlich-leichter und wohlgeformt-bildhafter Sprache mit versteckten, verständlichen und klaren fachlichen Inhalten.
Er tritt zumeist in der Ich-Form eine Reise durch frühere Jahrhunderte bis in die heutige Zeit an und öffnet “Türen”, hinter denen sich viele kleine Überraschungen verbergen: Eine dieser Türen heißt “Konzert”, eine andere “Solist”, eine weitere “Sinfonie”, und dann gibt es auch solche, die den Namen “Eintrittskarten” oder “Klangsteigerung” tragen. Das Land, in das er reist, heißt “Orchester”. Es ist ein Land, in dem es Menschen gibt, die bestimmte Aufgaben haben und eine gemeinsame Sprache sprechen und in dem sich einiges - wie in allem anderen auch - über die Jahrhunderte verändert hat.
Hier und da legt er eine Rast und beschreibt zum Beispiel “Das Sinfoniekonzert als Hörwerkstatt”: “Orchesterkonzerte mit Genuss und Freude zu besuchen, will gelernt sein. Einem Neuling fällt es vielleicht leichter, zunächst einmal die äußeren Eindrücke auf sich wirken zu lassen - den Saal (...), die Atmosphäre, das Publikum ... Schon mit wenigen Informationen zu Leben und Werk des Komponisten, dem musikgeschichtlichen Hintergrund ... kann man eine Art “Lebenskreis” um die Musik schlagen ...” und alles für sich viel besser genießen und verstehen.
An anderer Stelle beschreibt Christoph Richter den Dirigenten als “verhaltenen Tänzer”, der einer festgelegten Choreografie folgt. ... Dazu muss er sich als sein eigenes Instrument verstehen - seinen Atem, seine Gestik und seine Mimik. - Und dass die Dirigierstäbe früher viel dicker und größer waren beschreibt er etwa anhand von Jean-Baptiste Lully, der mit einem dicken Stock auf den Boden klopfte, während er das Hoforchester Ludwig des Vierzehnten dirigierte.
Zum Schluss dieses wunderbaren reich bebilderten und mit vielen Notenbeispielen versehenen Buches, das ich jedem Menschen - ob musikinteressiert oder nicht - mit gutem Gewissen und großer Freude empfehlen möchte, lasse ich Christoph Richter noch einmal selbst sprechen - über (s)ein Thema, das uns alle angeht:
“Musikalische Bildung besteht nicht in der Kenntnis von Zahlen, Namen, Fachbezeichnungen oder historischen Fakten, so hilfreich solche für die Orientierung im weiten Feld der Musikgeschichte sein mögen. Sie besteht vielmehr im Interesse, in der Lust, im Vergnügen ... kurz: im Wachsein für das, was in einer Musik und im Musizieren vor sich geht” Dann kann die Musik “ein Weg zu Erkenntnis und Wissen sein”.”
Fazit
Ein Kapitel des Buches ist übertitelt mit: Ohne Probenschweiß kein Schlussapplaus - Die hohe Qualität des Inhalts und der Aufmachung hat sich für uns Leser gelohnt. Das ist einen tosenden Applaus wert!
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