Beate-M. Dapper M. A.

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Beethoven
Beate Dapper

Material

als Zusatz zur Unterrichtseinheit des Raabe Fachverlags für Pädagogik, RAAbits Hauptschule:

"Von Beethoven und einem Orchester ohne Musiker"

Hier geht es zunächst um die emotionale Erfahrung im Zusammenhang mit der Musik! Daher wird "Wellingtons Sieg in der Schlacht bei Vittoria" ohne Vorkenntnisse gehört und erfasst. - Um dann den Bezug zur Historie zu erleichtern, „erzählt“ Ludwig van Beethoven über sich selbst (M 1), über Napoleon Bonaparte (M 2), über Johann Nepomuk Mälzel und das Panharmonicon (M 3) und schließlich über die Musik „Wellingtons Sieg in der Schlacht bei Vittoria“ (M 4).

Hier finden Sie

  “Rule Britannia” (Noten) mit allen Strophen und einer Midi-Datei zum Anhören
  Informationen zum Lied, die über das Manuskript hinausgehen
  “Marlborough-Lied” mit allen Strophen und einer Midi zum Anhören
  Informationen zum Lied, die über das Manuskript hinausgehen
  Weitere Liedtexte, die zu dieser Melodie geschrieben wurden.
  Sonderinformation zum Titel

Rule Britannia

Musik: Thomas Augustin Arne (um den 12. März 1710 - 5. März 1778)
Text: James Thomson (11. September 1700 - 27. August 1748)

 Sounddatei öffnen

 

1. When Britain first at Heaven's command
Arose from out the azure main; (2 x)
This was the charter of the land,
And guardian angels sang this strain;

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

2. The nations not so blest as thee,
Must in their turns to tyrants fall; (2 x)
While thou shalt flourish great and free,
The dread and envy of them all.

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

3. Still more majestic shalt thou rise,
More dreadful from each foreign stroke; (2 x)
As the loud blast that tears the skies,
Serves but to root thy native oak.

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

4. Thee haughty tyrants ne'er shall tame,
All their attempts to bend thee down (2 x)
Will but arouse thy generous flame;
And work their woe, and thy renown.

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

5. To thee belongs the rural reign;
Thy cities shall with commerce shine; (2 x)
All thine shall be the subject main,
And every shore it circles thine.

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

6. The Muses, still with freedom found,
Shall to thy happy coast repair; (2 x)
Blest isle! With matchless beauty crowned,
And manly hearts to guard the fair.

"Rule, Britannia! Britannia, rule the waves:
Britons never, never, never will be slaves."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zu Rule Britannia

Arne, der Sohn eines Polsterers und Sargmachers, schreib seine "Masque of Alfred" zum Text von James Thomson. Sie wurde zum ersten Mal am 1. August 1740 in Clivedon zu einer Feier gespielt, die der Prince of Wales (Friedrich Ludwig aus dem Haus Hannover-Windsor) zum 3. Geburtstag seiner Tochter Auguste veranstaltet hatte.

James Thomson schrieb übrigens - neben dem Gedicht "Rule Britannia" wie wir es heute kennen - auch eines mit dem Titel "The Seasons" (1726 - 30), mit dem er eine neuartige realistische Auffassung der Natur in die Kunst brachte. Josef Haydn komponierte auf dieses Gedicht (in der Übersetzung von Barthold Hinrich Broches und einer Bearbeitung von Baron van Swieten) sein letztes und sehr bekanntes Oratotium "Die Jahreszeiten".

63 Jahre nach der Uraufführung des Liedes "Rule Britannia" schrieb Ludwig van Beethoven seine Variationen über darüber für Klavier (in D-dur), WoO 79.

Ein kleiner historischer Exkurs: Friedrich Ludwig war der ungeliebte Sohn von Georg II, König von England in dieser Zeit. Papa Georg nannte seinen Sohn sogar einen "Lump" und "wünschte, der Grund unter seinen Füßen würde sich auftun und dieses Ungeheuer würde bis zur tiefsten Hölle hinabsinken." Auch wenn diese Disharmonie von beiden Seiten ausging, war Georg II wirklich ein streitbarer Mensch. Auch Georg Friedrich Händel hat sich mit ihm über die Besetzung seiner Feuerwerksmusik heftig auseinander gesetzt - und - zumindest für die erste Aufführung zur Friedensfeier von Aachen (in London) - "verloren" ... aber das ist eine andere Geschichte.

Das Marlborough-Lied

Text: von einem französischen Soldaten (um 1709) - Quoi, sans vouloir entendre
Musik: unbekannt

  Sounddatei öffnen (vier Strophen)

  1. Er kömmt auf Ostern nieder, mirong tong tong tong, mirong taine!
    Er kömmt auf Ostern nieder,/ längst Trinitatis doch.
  2. Und Ostern war vergangen, ... / Marlbruck kam nicht zurück.
  3. Auf ihren Turm Madame, ... / so hoch sie konnte, stieg.
  4. Sah ihren Pagen kommen, ... / wie traurig kam er her!
  5. Ach lieber, lieber Page, ... / was bringst du Neues mit?
  6. Dein schönes Aug' wird weinen, ... / hörst du die Trauerpost.
  7. Leg ab die ros'gen Kleider ... / und deinen Blumenschmuck.
  8. Dein Marlbruck ist gestorben, ... / tot und begraben schon.
  9. Ich sah'n zu Grabe tragen, ... / vier Offizier trugen ihn.
  10. Der eine trug den Harnisch, ... / der andre seinen Schild.
  11. Sein großes Schwert ein dritter, ... / der vierte der trug nichts.
  12. Um seines Grabes Hügel ... / ist Rosmarin gepflanzt.
  13. Auf seinem höchsten Stengel ... / schlug eine Nachtigall.
  14. Nach der vollbrachten Feier ... / ging jedermann zu Bett.
  15. Die Männer mit den Weibchen, ... / die andern all' allein.
  16. Die vielen die ich kenne, ... / die waren all dabei.
  17. Die Blonden und Schwarzen, ... / die Braunen auch dazu.
  18. So endigt sich das Märchen, ... / so endigt sich Marlbruck.

Informationen zum Marlborough-Lied

John Churchill Herzog von Marlborough (5.7.1650 – 16.6.1722) war ein berühmter englischer Feldherr und gewann unter anderem mit Prinz Eugen im Spanischen Erbfolgekrieg die Schlacht bei Donauwörth im Jahre 1704. Dieses Lied wurde 1709 auf ihn geschrieben. Nach der Schlacht bei Malplaquet glaubte man, der Herzog sei umgekommen. Sofort schrieb ein gewitzter französischer Soldat ein Trauerlied auf seinen Feind. – Nach dem wirklichen Tod des Herzogs 1722 geriet das Lied in Vergessenheit. Nur in einigen französischen Provinzen blieb es lebendig. Knapp 60 Jahre später erlebte es eine glorreiche Wiedergeburt in Frankreich, England und Deutschland.

Weitere Liedtexte zur “Marlborough-Melodie”

Der Bär ging über die Berge

Die Engländer dichteten 1920 zu dieser Melodie ein Liedchen für die Kleinsten

The Bear went over the Mountain
The bear went over the mountain,
The bear went over the mountain,
To see what he could see.
And all that he could see,
And all that he could see,
Was the other side of the mountain,
The other side of the mountain,
The other side of the mountain,
Was all that he could see

William Clifton bearbeitete das Lied für drei Singstimmen und Klavier:

We won't go home till morning

Text und Bearbeitung: William Clifton (1842)

1. We'll all met here together, (3 x)
To eat and drink good cheer; (3 x)
For we won't go home till morning, (3 x)
Till daylight does appear.

2. We'll sing, we'll dance and be merry,
And kiss the lasses dear;
For we won't go home till morning,
Till daylight does appear.

3. The girls we love them dearly,
And they love us, tis clear;
So we won't go home till morning,
Till daylight does appear.

4. Away away away,
Away away away,
For now we must be going,
Till daylight does appear.

Und schließlich gibt es da noch eine Version aus der Zeit um 1859, die jeder kennt:

For he's a jolly good fellow

For he's a jolly good fellow,
for he's a jolly good fellow,
for he's a jolly good fellow,
which nobody can deny!

Natürlich gibt es hier auch "deutsche Worte", zum Beispiel die von Jürgen Schöntges: Der ... hat heute Geburtstag.

Sonderinformation zum Titel

Unter den Sachinformationen finden Sie die Erläuterung:

Das Werk von Beethoven wurde hier lt. einem Brief, denn er an Ferdinand Ries am 22. November 1815 schrieb, folgendermaßen betitelt: „Wellingtons Sieg in der Schlacht bei Vittoria“ und nicht „Wellingtons Sieg“ oder „Die Schlacht bei Vittoria“. Diese Betitelung, wie sie auf der Erstausgabe im Februar 1816 verwendet wurde, hat Beethoven ausdrücklich in einem Brief an H. Schmidt vom 11.3.1816 als „ganz falsch gedruckt“ bezeichnet.

Hier der entsprechende Brieftext aus “Ludwig van Beethovens sämtliche Briefe”, herausgegeben von Emerich Kastner, Hans Schneider Tutzingen, 1975: Brief an Heinrich Schmidt in Brünn:

Mit vielem Vergnügen habe ich Ihnen die Schlachtsymphonie mit den gestochenen Stimmen samt Partitur geschickt; ... Da der Titel der Schlachtsymphonie ganz falsch gedruckt ist, so teile ich Ihnen selben mit, wie er ist und sein muß, nämlich: “Eine große vollstimmige Instrumentalkomposition, geschrieben auf Wellingtons Sieg in der Schlacht bei Vittoria, erster Teil: Schlacht; zweiter Teil: Siegessymphonie.”

Die Titelgebung: Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria ist offensichtlich stets falsch übertragen worden.

 

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